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Statement zum Themenschwerpunkt „Sicherheit“ von Anna Rosendahl

Vor dem Hintergrund der zunehmend pluralisierten Arbeits- und Lebenswelten richtet sich mein Interesse insbesondere auf die Rolle des Staates als Rahmensetzer. Dabei stellen sich mir folgende Fragen, hinsichtlich derer aus meiner Sicht ein gesellschaftlicher Diskussions- und „Selbstvergewisserungsbedarf“ besteht:

1. Inwieweit ist der Bezugspunkt unseres Sozialmodells (u.a. mit Blick auf die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung durch Arbeitgeber/-nehmerbeiträge) – die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – angesichts der zunehmenden Pluralisierung von Erwerbsverhältnissen noch aktuell und solidarisch genug, um eine soziale Sicherung des Großteils der Bevölkerung zu gewährleisten? Braucht es eine neue Bemessungsgrundlage der Solidarabsicherung (wie z.B. eine einkommensabhängige Beitragsbemessung aus jeglicher entlohnter Erwerbsarbeit bzw. Einkommen; eine einkommens-/produktivitätsabhängige Sozialsteuer, die durch Einzelpersonen und Unternehmen zu zahlen wäre, o.Ä.)?

2. Reichen die bestehenden Sicherungssysteme aus, um aktuelle individuelle und gesellschaftliche Risiken abzufangen? Im Speziellen: Sollte die Absicherung des Zugangs und der Finanzierung von Bildung (als konstatierter individueller und ökonomischer Standortfaktor) Teil eines solidarisch zu finanzierenden Sicherungssystems werden?

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