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Heiko Giebler referierte beim Treffen des Gesprächskreis von 9.-10. November 2012 zum Thema Bundestagswahl 2013 zum Thema empirische Wahlforschung.

Den Einstieg machte eine kurze Geschichte empirischer Wahlforschung entlang des Kausaltrichters der Wahlentscheidung (siehe Abbildung), über die historische Entwicklung verschiedener Erklärungsmodelle für die Wahlentscheidung.

Während die linke Seite des Trichters die grundlegende, tendenziell stabile Parteineigung erklärt, sind es Issuemeinungen und das Kandidatenimage sowie externe Einflüsse wie die ökonomischen und politischen Bedingungen, die Wandel im Stimmverhalten erklären können.

Allerdings ist in den letzten Jahren eine starke Verringerung von Stabilität und Bedeutung von Parteineigung für die Wahlentscheidung zu beobachten, was auf Grund der Zentralität der Konstrukts die Frage nach einer wahlsoziologischen Wende aufwirft.

Den Abschluss des Vortrags bildeten „Konsequenzen a.k.a. steile Thesen“:

  • Die Individualisierung und der Rückgang der Parteiidentifikation sind ein Segen für die Demokratie weil dadurch Wahlentscheidungen objektiver, evaluativer und wahlspezifischer werden.
  • Die Individualisierung der Rückgang der Parteiidentifikation sind eine Gefahr für die Demokratie, weil diese Anforderungen an etablierte Parteien und politische Sozialisation stellen, die aktuell nicht ausreichend erfüllt werden.
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